Beatrice von Känel

Kirche St. Nikolaus

Das Entstehungsjahr ist nicht bekannt. Der Visitationsbericht des Bistums Lausanne von 1453 erwähnt erstmals die „Capella de Rinkembach“ als Filiale der Kirche Aeschi. 30 Jahre später wurde ein Neubau in Angriff genommen, was darauf schliessen lässt, dass die erste Kapelle schon sehr alt war.

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Kirche: St. Nikolaus, Reichenbach

Kirchenschiff —  Nach der Renovation<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-reichenbach.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>18</div><div class='bid' style='display:none;'>133</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

Kirchenschiff: Nach der Renovation

Chor —  Ansicht mit Wandmalereien<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-reichenbach.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>18</div><div class='bid' style='display:none;'>132</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

Chor: Ansicht mit Wandmalereien

Reichenbach stand bereits vor der Reformation an der wichtigen Handelsachse Bern-Wallis. Ältere Leute sprachen noch ab und zu von der „Wallisgasse“ und meinten damit die Strasse, die von der heutigen Kantonsstrasse beim Altersheim abbiegt und dann über Kien, Pletschen, Schwandi nach Kanderbrück führt. Am Ende des 15. Jahrhunderts erlebt Reichenbach eine materiellen Aufschwung; entlang der „Wallisgasse“ entstehen Häuser in einer Grösse und einer Pracht, die ihresgleichen suchen. Die Kirche wird also ins Zentrum der Bäuerten „Mühlinen, Rychenbach, Kien und Aress, Rüdlen jenseits der Cander, Faltschen, Tscharnachthal und Hanselen, Rufenen und Kiental“ gebaut. Im 16. Jahrhundert finden sich die Landleute zusammen und bauen eine Vorläuferin der heutigen Kirche. Erstaunlich ist, dass trotz der sehr alttradierten Bäuertautonomie ein solches gemeinsames Werk zustande kommt. Die Loslösung von der Kirchgemeinde Aeschi (1529) mag ihren Grund in der Zunahme der Bevölkerung haben, sicher aber begann in diesem 16. Jahrhundert ein wachsendes Selbstbewusstsein und der Wille, eigenes Geld auch selbst zu verwalten. Mit dem eigenen Friedhof um die Kirche wurden Beerdigungen auch im Winter noch durchführbar, musste man jetzt nicht mehr vom Kiental stundenlang durch ungepfadete Wege in schlechtem Schuhwerk mit einem Leichnam bis in den Talboden hinunter, dann wieder hinauf nach Aeschi, um dann noch bei Tag wieder die Heimkehr antreten zu müssen, um zu Hause den Stall zu besorgen.
(Autor: Claude Hämmerly, 1991 in: Verborgenes und Sichtbares der Kirche St. Nikolaus in Reichenbach)
Wandmalereien
Seit Ostern 2001 gibt es im Chor der Kirche Reichenbach etwas Neues zu bestaunen, und zwar Wandmalereien aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Auf beiden Seiten des Mittelfensters stehen je zwei Figuren. Über die Bedeutung der Figuren konnte noch nicht definitiv entschieden werden.
Dazu die Beschreibung von Hans-Peter Würsten von der Denkmalpflege: „Es kann vermutet werden, dass wir eine Darstellung von Jesus mit den Aposteln vor uns haben. Aufgrund der frontalen Darstellung, seines Ausdrucks und des mit Strahlen ausgezeichneten Heiligenscheins wäre Jesus Christus die zweite Figur von links. Er reicht dem zu ihm gewandten Apostel ein Buch. Möglicherweise ist diese Geste als Übergabe des Gesetzes an Paulus zu deuten.“
Bereitgestellt: 07.09.2017     Besuche: 31 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch