Markus Lemp

Gemeinsam Sorge tragen

Kreuz<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-reichenbach.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>4</div><div class='bid' style='display:none;'>869</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

Als Kirche sind wir aufgefordert, verantwortungsvoll und besonnen
mit der jetzigen Coronasituation umzugehen.
Unter dem Motto «Gemeinsam Sorge tragen» nehmen wir die bestehenden Gefahren ernst und bieten zugleich neue Formen von Begegnungen an.

Das gemeinsame Innehalten und das stille Gebet werden uns durch diesen Frühling begleiten.
Wir wünschen allen guten Mut und Zuversicht in diesen Tagen.

Seid lieb gegrüsst und bleibt gesund
Euer Pfarrteam

Der Ring des König

Es lebte einmal ein mächtiger König. Er besass Reichtum im Überfluss, ein mächtiges Heer und doch litt er: Einmal war er fröhlich, dann wieder betrübt, von einem Tag auf den anderen, von einem Moment zum nächsten. Einmal freute er sich über seinen Reichtum, dann wieder verzweifelte er vor Angst vor dem Alter … «So kann es nicht weiter gehen», überlegte er und rief die Weisen zu sich: «Ich brauche ein Mittel, damit mein Leiden aufhört, damit ich nicht zu fröhlich und nicht zu traurig bin.» Die Weisen berieten sich, doch sie kamen auf keine Lösung. Schliesslich gingen sie zu einem alten Sufi und baten um seinen Rat. Dieser zog einen Ring von seinem Finger und sagte: «Bringt diesen Ring eurem König, und sagt ihm, dass er die Botschaft, die unter dem Edelstein versteckt ist, erst lesen darf, wenn er in aller grösster Not ist.»
Sie überbrachten dem König den Ring und viele Male war er kurz davor unter den Edelstein zu schauen, doch die Not schien ihm noch nicht gross genug. Da geschah es, dass ein fremder Herrscher sein Reich überfiel und der König überrascht mit seinem Gefolge fliehen musste. Unterwegs verlor er seine Begleiter aus den Augen, sein Pferd strauchelte und brach sich ein Bein und auf einmal stand er vor einem Abgrund. Hinter sich hörte er die Pferde der Verfolger. Da zog er den Ring vom Finger, öffnete ihn und unter dem Edelstein stand: «Auch das geht vorüber». Der König verstand.
Er verharrte ruhig, bis die Verfolger seine Spur verloren. Er fand seine Begleiter wieder und gemeinsam eroberten sie sein Reich wieder zurück.
Den Ring trug er Zeit seines Lebens und er genoss die Fröhlichkeit und die Traurigkeit, denn er wusste: Auch das geht vorüber. (Parabel aus Arabien: Fassung D. Jaenike, nach: Nicht bevor du stirbst, Sufigeschichten, Zürich 1982, Mutabor Märchenstiftung)


Von der Kraft der Geschichten

Vor langer Zeit lebten die Menschen einmal in grosser Gefahr. Da ging ein Weiser in den Wald zu einem alten Baum, entzündete eine Kerze und sprach heilsame Worte. Die Menschen schöpften Mut daraus und konnten die Gefahr besiegen. Eine Generation später drohte wieder Gefahr und ein Schüler des Weisen ging in den Wald zu dem alten Baum. Er kannte die Worte nicht mehr, doch er entzündete eine Kerze und die Menschen bekamen genug Kraft und Trost, um die Bedrohung abzuwenden. Als eine Generation später wieder Unheil drohte, wussten die Menschen den Weg zu dem Baum nicht mehr, die heilsamen Worte waren verloren, doch sie entzündeten eine Kerze und fanden die Kraft, um das Unheil abzuwehren. Jahre vergingen, und als die Menschen wieder in Bedrängnis kamen, kannten sie den Platz im Wald nicht mehr, die heilsamen Worte waren verloren gegangen und sie hatten auch keine Kerze, die sie entzünden konnten. In ihrer Not erzählten sie sich jedoch diese Geschichte und fanden die Kraft, die Gefahr zu bannen. (Mutabor Märchenstiftung)


Gehalten

Gott, du lebendige Kraft, bei dir finden wir Hilfe.
Du hältst uns fest,
damit wir nicht ins Bodenlose fallen.
Du wachst darüber,
dass unsere Hoffnung nicht verdorrt.
Doch wie oft vergessen wir dich:
meinen, wir müssten uns immer nur selber helfen,
oder lassen uns Auswege einreden,
die weiter in die Irre führen.
Das geschieht, weil wir Angst haben.
Es fällt uns schwer,
den neuen Wegen zu trauen,
auf die du uns rufst.
Darum bitten wir dich:
Stärke unser Vertrauen zu dir
und hilf uns, deinem guten Wort zu folgen.
Herr, erbarme dich über uns.
Amen

Verbundensein

Gott.
Wir sind verbunden.
Als Menschen mit Menschen.
Als Glaubende miteinander.
Als Glaubende und Menschen mit Dir.

Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen.
Heute.

Wir denken an alle, die wir lieben.
Was tun sie wohl gerade.

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind.

Wir denken an alle Kranken.
Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können.

Wir denken an alle, die helfen.
Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.

Gott.
Wir sind deine Menschen.
Wir sind miteinander verbunden.
Atmen die Luft Deiner Schöpfung.
Beten zu Dir in allem, was ist.
Amen


Bereitgestellt: 22.03.2020      
aktualisiert mit kirchenweb.ch